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Die Kirche St. Jakob in Heiligenstadt

Die Kirche ist im 19. Wiener Gemeindebezirk, am Pfarrplatz.

St. Jakob - die Geschichte

"Wo jetzt St Jakobs Kapell stand damals Dein Kirch und zell"

Auf den Fundamenten eines römischen Wachturmes wurde ein frühchristlicher Vorgängerbau der heutigen Kirche errichtet. Bei den archäologischen Grabungen fand man auch das sogenannte "Severingrab", welches sich anhand der verwendeten Ziegel in das 5. Jahrhundert datieren ließ. Wenn man alle Fakten mit den Berichten des Eugippius vergleicht, darf man annehmen, dass man hier im Zentrum des Locus sanctus steht. Darauf begründet sich die Severin Bruderschaft, die diese Tradition pflegt.

Im 12. Jahrhundert wurde auf der vorromanischen Kirche der heute noch stehende Bau errichtet.

Die Kirche betritt man durch einen hinzugefügten Giebelbau, darüber sieht man ein romanisches Rundfenster.

Das Kirchengebäude

Das Kirchenschiff

Das Gotteshaus zeigt sich als einfache romanische Anlage, der einschiffige Bau geht in ein um zwei Stufen, etwas nach links verschobenes, Presbyterium über. Im Norden befinden sich drei Rundfenster, wobei das rückwärtige Reste aus dem 16. Jahrhundert aufweist. Darunter befindet sich die Severin Gedenkstätte, links vom Kircheneingang hängt das Barockgemälde des Hl. Severin von Maler A. Kröll. Das Bild, welches den großen Heiligen vor der historischen Landschaft am Fuß des Kahlenberges mit St. Jakob zeigt, entstand 1745 in Zusammenhang mit der Überbringung der Reliquien.

Philipp Veit

An der nördlichen vorderen Wand findet sich ein Gemälde von Philipp Veit: Madonna mit dem Kind und Johannes dem Täufer. Der Maler nahm an der Völkerschlacht von Leipzig 1813 teil und gelobte, falls er die Kampfhandlungen überleben sollte, der Kirche ein Bild zu stiften.

Kreuzweg

Zu beiden Seiten sehen wir die Kreuzwegstationen von Leopold Scholz im typischen Nazarenerstil gehalten.

Chor

Im Chor fällt sofort das moderne farbenprächtig verglaste Rundbogenfenster auf.

An der Südwand sind zwei gotische Fenster, die 1952 durch die Glaskünstlerin Margret Bilger neu gestaltet wurden:

  • erstes Fenster: stilisiertes Abendmahl
  • zweites Fenster: eine Darstellung des ehernen Beckens im Tempel und die Taufe Christi.

An der Nordseite finden sich das Sakramentshäuschen und ein romanisches Schlitzfenster. Uber dem Triumphbogen hängt ein romanisch nachempfundenes Henkelkreuz, links an der Wand sieht man eine vergoldete Erlöserstatue um ca. 1830 aus der Schwanthaler Schule.

Umgebung

Pfarrplatz

Der Pfarrplatz vor der Kirche zählt zu den reizvollsten Plätzen Wiens. Links vom Pfarrhof (Nummer 2) wohnte 1817 Beethoven, daneben an der Mauer findet man einen großen, reliefartig gestalteten, Lageplan mit den Wohnstätten des Musikers in Heiligenstadt.

Rechts vom Eingangstor wurde im Jahre 1982 eine steinerne Gedenkplatte für Msgr. Klemens Kramert angebracht, der sich als Pfarrer in den Jahren 1947 bis 1976 große Verdienste erwarb, vor allem für die Ausgrabungen unter der Jakobskirche, die Pflege des Severingedächtnisses und der Musik Beethovens.

In der Mitte des Platzes steht ein heiliger Nepomuk aus dem 18. Jahrhundert.

Pfarrhof

Die gesamte Anlage des Pfarrhofes wurde auf vorspringenden Abhang errichtet, der im Norden steil zum damaligen Donaustrom abfiel. Im Osten lehnt sich an die Kirche der gotische Kooperatorenbau an, der 1449 durch einen Gang mit der Kirche verbunden wurde. In diesem Bereich befand sich auf älteren Fundamenten das Hospital, das bereits im 13. Jahrhundert betrieben wurde. Heute ist hier der Kindergarten untergebracht.

Daneben schließt sich das Pfarrhaus an. Das Hauptgebäude ist aus mehreren Bauteilen unregelmäßig zusammengesetzt, im Obergeschoß befindet sich ein Saal mit barocker Stuckverzierung.

Quellen:

Wikipedia
Pfarrführer von 2012